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Monika und Jörg Ahrens bei der Verleihung des Sportförderpreises im alten Rathaus. Bürgermeisterin Christine Strobl und der ehrenamtl. Behindertenbeauftragte der Stadt München Oswald Utz überreichen den Preis.

Bericht der Süddt. Zeitung vom 09.12.2011   >> Bericht

Integrationsmannschaft des SV Aubing gewinnt Sportinklusionspreis 2011 / von Hartmut Gerl

Die Landeshauptstadt München schrieb im Jahr 2011 bereits zum dritten Mal einen Wettbewerb zur Förderung von Sportprojekten für Menschen mit Behinderung aus. Dabei wurden vorbildliche Aktivitäten im sportlichen Bereich gewürdigt und sollten deren Durchführung unterstützen. Besonders innovative und neue Ideen wurden gesucht, aber auch lang Bewährtes war gefragt. Beim SV Aubing gibt es eine Integrationsmannschaft, die in der Sportstadt München einzigartig ist und von Monika und „Burle“ Ahrens im September 2009 ins Leben gerufen wurde. Seitdem ist ein langer, arbeitsreicher und mit viel Freude gesegneter Weg beschritten worden, für den die Mannschaft aus dem Münchner Westen nun mit dem Sportförderpreis für Inklusion ausgezeichnet wurde. Die Mannschaftsgründer nahmen am letzten Mittwoch die Auszeichnung aus den Händen von Münchens 2. Oberbürgermeisterin Christine Strobl entgegen.
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung, bei der die Band „Die Balkanauten“ für die passenden musikalischen Töne sorgten und die gehörlose Hip-Hop-Tänzerinnen Kassandra Wedel und Cora Friebl eine beeindruckende Tanzeinlage zeigten, .wurden insgesamt sechs Preisträger in der Kategorie „Inklusion“ im alten Rathaussaal geehrt. Am Ende hatten die Aubinger  tatsächlich die Nase vorn und nahmen den mit einem Preisgeld von 10000 Euro dotierten 1. Preis in Empfang.
Total überrascht wurden Monika und „Burle“ Ahrens mit der Überreichung dieser Auszeichnung. Der Beweggrund überhaupt an diesem Wettbewerb teilzunehmen war, dass man vielleicht tatsächlich in die Auswahl der Gewinner kommen und somit eventuell ein kleines Preisgeld zur Finanzierung von neuen Trainingsanzügen für die Kinder gewinnen könnte. Die Jury wertete das Engagement des Ehepaares aus Aubing, das ihrem leicht behinderten Sohn Stefan das Fußball spielen im Verein ermöglichen wollte und aus diesem Grund die Integrationsmannschaft gründete, als besonders innovativ und förderungswürdig. Zudem hat den Aubingern in die Karten gespielt, dass „Inklusion“ im Rahmen der Europäischen Union mehr als groß geschrieben wird. Natürlich half auch die Tatsache, dass bei den Grün-Weißen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, da neben Behinderten auch gesunde und ausländische Kinder gemeinsam dem Ball nachjagen.
Allen voran die D1 des Vereins, deren ehemaliger Trainer Hans Klotz und dessen Nachfolger Ergün Boraze das Aubinger „Dreamteam“, wie die Integrationsmannschaft auch gerne genannt wird, immer wieder unterstützen. So werden mit Thomas Ellermann und Ali Boraze stets zwei Kinder für Turniere abgestellt, die helfend eingesetzt werden. Im Sommer findet ferner immer ein Spiel statt, bei dem die beiden Mannschaften gemischt gegeneinander antreten. Somit haben auch die Aubinger D1-Junioren ihren Anteil am Gewinn des Sportförderpreises.
Der gebührt in jedem Fall allen Spielern, die in der Integrationsmannschaft am Ball sind und den SV Aubing zwischenzeitlich bei mehr als 10 Turnieren vorbildlich vertreten haben. Dabei geht es gar nicht um den sportlichen Erfolg, sondern um das Miteinander. Wer die „Ahrenstruppe“ am Anfang ihres Daseins spielen sah, kann mittlerweile allerdings einen gewaltigen Fortschritt im spielerischen Bereich erkennen. Zwischendurch wird kombiniert, dass es eine wahre Freude ist zuzuschauen. Freude ist zweifelsohne der Begriff, der am Besten zur Integrationsmannschaft passt.
Es gibt nämlich kaum eine Mannschaft, die dem Leder mit so einer Begeisterung nachjagt und dabei keine persönlichen Egoismen in den Vordergrund stellt. Die Gemeinschaft steht absolut im Vordergrund. Es wird nicht darauf geachtet, wer wo spielt und wann ein Tor geschossen wird. Auch Schuldzuweisungen gibt es nicht. Wenn der Ball drin ist, ist er eben drin und es geht munter weiter. Dadurch erklärt sich auch der Erfolg, den die Truppe einheimst. So werden die Niederlagen immer weniger. Doch der eigentliche Erfolg ist das Herz und der Charme des Integrationsteams. Das ist in jedem Training und Spiel deutlich zu beobachten. In jedem Fall ist diese Mannschaft ein Vorbild dafür, was zu erreichen ist, wenn man etwas gemeinsam zum Wohle der Kinder anpackt.
So ist der SV Aubing nach diesem Preisgewinn in aller Munde. Dieses Mal aber im positiven Sinne. Nicht wie sonst, wenn wieder einmal jemand vorprescht und das leidige Thema „Kunstrasen“ zu dem seinen macht. Hier haben sich schon sehr viele engagiert, ohne dabei jedoch wirklich erfolgreich gewesen zu sein. Hauptursache dafür war sicherlich die Tatsache, dass es alle gut gemeint, aber alleine gemacht haben. Somit ist und bleibt der Wunsch nach einem entsprechenden Spielfeld wohl noch länger bestehen. Immerhin ist man in der aktuellen Prioritätenliste der Landeshauptstadt München auf Platz 6 geführt. Somit könnte es 2016 vielleicht etwas werden.
In einem Gespräch, das die Verantwortlichen der Integrationsmannschaft mit Stadtrat Mario Schmidbauer nach der Preisverleihung führten, signalisierte der Politiker, dass er einen Antrag bei der Landeshauptstadt München stellen wird, auf der Bezirkssportanlage an der Kronwinkler Straße zumindest ein Kunstrasenkleinspielfeld neben dem Hartplatz zu bauen. In wie weit diesem Antrag natürlich statt gegeben wird, steht momentan noch in den Sternen. Für die Fußballabteilung des SV Aubing wäre dies jedoch schon eine gewaltige Hilfe im aktuellen Trainingsbetrieb.
Wie das Preisgeld aus der Auszeichnung verwendet wird, ist noch ungeklärt. Schließlich wurden alle Beteiligten von dem Gewinn überrascht. Als Verwendungszweck konnte man in der Ausschreibung der Stadt lesen „Gute und bereits etablierte Beispiele zur Integration und Inklusion sollen öffentlich gemacht werden und zu weiteren Initiativen ermutigen.“ Dahingehend gibt es noch viel zu tun für Monika und „Burle“ Ahrens, weil ihnen eine Liga mit 10 Mannschaften vorschwebt, in der die Gewinner des Sportförderpreises einmal spielen sollen. Die Nachfrage wäre in jedem Fall da. Nur an ehrenamtlichen Trainer, die ein Gespür für die Kinder haben, Trainingsplatz und Vereinen, die dem Beispiel aus Aubing folgen mögen, fehlt es noch. Hoffentlich nicht mehr lange. So eine Mannschaft ist nämlich für alle Beteiligten ein unbeschreiblicher Gewinn, den man allerdings niemals materiell aufwiegen kann.

 

Bericht der ANZ vom 17.10.2011 über das Integrationsteam des SV Aubing / von Hartmut Gerl

Ein kleiner, etwa 15 Zentimeter hoher Pokal steht seit letzter Woche im Vereinsheim des SV Aubing. Nichts Ungewöhnliches für die Fußballabteilung, in der immerhin 18 Jugendmannschaften durch die Lande ziehen und an Pokalturnieren teilnehmen. Zudem gibt es wesentlich größere Pokale aus der Vergangenheit, die im Keller des Vereins verstauben. Manche fragen sich, wieso gerade dieser winzige Pott den Weg in die „Sport Alm“ gefunden hat? Die Antwort ist ganz einfach. Es handelt sich um den ersten Pokal den die Integrationsmannschaft der Grün-Weißen gewonnen und mit nach Hause gebracht hat. Er ist Lohn für einen unglaublichen Teamgeist, den die Jungs um Trainer Jörg „Burle“ Ahrens seit nunmehr beinahe 3 Jahren an den Tag legen.
Es gibt wohl kaum eine Mannschaft im Verein, die ihre Trikots mit solch stolz geschwellter Brust tragen, wenn sie auflaufen. Mit Feuereifer rennen, kämpfen und schießen sie quer über das Spielfeld und versuchen dabei so erfolgreich zu sein, wie es eben geht. Wobei der Sieg nicht an erster Stelle steht. Gewonnen haben die Jungs nämlich schon, seit es die Integrationsmannschaft beim SV Aubing gibt.
Endlich bietet sich ihnen Gelegenheit, trotz einer kleinen Benachteiligung durch Mutter Natur, ihren Sport im Verein auszuüben, dem Ball im Trikot nachzujagen. Im Bezirk Oberbayern des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) gibt es lediglich vier Vereine, die eine Integrationsmannschaft haben. Die Aubinger sind der einzige Münchner Verein, der sich das nicht nehmen lässt. Dabei wäre der Zulauf groß, wie Trainer „Burle“ Ahrens zu berichten weiß.
„In der Anfangszeit hätten wir locker 20 Jungs aufnehmen können.“ Die wäre allerdings wenig Ziel führend gewesen. Schließlich bedarf es hierfür auch eines gewissen Fingerspitzengefühls bei den Übungsleitern. Bei Gründung des Teams waren noch drei Trainer mit an Bord. Einer davon, Andreas Jaura, musste seine Tätigkeit, ob des Trainermangels im Jugendbereich des Vereins schweren Herzens aufgeben und sich zwei anderen Mannschaften zuwenden. So wird Ahrens, sofern es die Zeit zulässt noch von einem Trainer unterstützt, der auch noch eine andere Mannschaft im Verein führt.
Im Training steht natürlich der Spaß im Vordergrund, wenngleich auch Wert auf Verbesserung der Technik und die Koordination nicht außer Acht gelassen werden. Am Ende gibt es freilich immer ein Spielchen, bei dem der Ehrgeiz unter den Kindern beachtlich ist. Meist enden diese Vergleiche unentschieden.
Das Schöne an dieser Truppe ist, dass ein Jeder einfach so ist, wie er ist und auch so sein darf. Hier gilt es keine persönlichen Eitelkeiten oder Egoismen in den Vordergrund zu stellen, sondern man lebt das Ganze geschlossen als Team. So ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur die Kinder mit leuchtenden Augen zu Training und Spiel erscheinen, sondern auch deren Trainer und alle Zuschauer diesen besonderen Geist sehr schnell erkennen.
Integration wird dabei gelebt. Thomas und Ali sind dabei zwei Stammspieler aus der D-Jugend, die auf den vier Freiluftturnieren die Ahrens-Elf ergänzen. Mit Meiki, Tom, Julian, Stefan, Blerim, Patrick, Ronan und den zwei Dominiks verfügt man über äußerst zuverlässige Kicker, die bei Wind und Wetter parat stehen, um die Aubinger Farben mit viel Engagement zu vertreten.
Gespielt wird jeweils in den Orten, die ebenfalls eine Integrationsmannschaft betreiben. Das sind neben den Aubingern Hohenbrunn, Oberpframmern und das benachbarte Gröbenzell. Jede Mannschaft richtet also ein Turnier aus, an dessen Ende nur Sieger zu finden sind. Im September waren die Aubinger Gastgeber. Am ersten Wies`n-Sonntag kickten die vier Mannschaften bei strömenden Regen auf dem Aubinger Hauptplatz. Dazwischen konnten sich die Spieler mit Pizza, Kuchen, Tee und anderen Getränken stärken. Eine gut bestückte Tombola sorgte zudem für Abwechslung. Die Preise dafür sammelten „Burle“ Ahrens und seine Mitstreiter bei der Raiffeisenbank und Sparkasse in Prittriching. Auch die Familie Jund, der FC Bayern und die RUAG spendeten dafür. Weitere Sachen kamen von Arbeitskollegen der Trainer und auch den Eltern der Kinder. Es war trotz des Sauwetters eine äußerst gelungene Veranstaltung in Aubing. Dazu hatte auch Platzwart Josef Bauer einiges beigetragen, indem er den Platz bestens präpariert hatte.
Die fand nun im Oktober ihre Fortsetzung in Hohenbrunn. Hier zelebrierten die Aubinger Fußballkost vom Feinsten und sicherten sich den Eingangs erwähnten Pokal. Es war schön zu sehen, wie sich die Integrationsmannschaft auf dem Spielfeld präsentierte. Es war wieder ein deutlicher Fortschritt zu erkennen und das Spiel der Jungs gewinnt zunehmend an Struktur. Es ist den Kindern anzumerken, wie sehr ihnen das Kicken Freude macht. Alleine schon der Torjubel zeigt, wie schön es ist, mit den Jungs Fußball erleben zu dürfen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der „Burle“ Ahrens zu arbeitende Trainer, der seit immerhin 30 Jahren Mannschaften im Jugend- und Seniorenbereich betreut, als einige Erfahrung aufzuweisen hat, stets behauptet „dass die Integrationsmannschaft die mit Abstand schönste und beste Mannschaft ist, die ich je betreuen durfte!“
Auch das Zusammenspiel mit den Eltern klappt hervorragend. Jeden Sonntag um 10 Uhr trifft man sich am Aubinger Sportplatz. Während die Burschen trainieren, ratschen die Mütter miteinander und die Väter ballern sich ein klein wenig abseits Bälle auf `s Tor. Im Grunde ist die Integrationsmannschaft zu einer kleinen Familie zusammengewachsen, in der es, trotz aller Sorgen um die Gesundheit und Zukunft der Kinder, so viel Freude gibt, wie man sie selten erleben kann. So freuen sich alle stets darauf, wenn die Jungs ihren zweiten Trainer mit „Hallo Pfeife, was geht?“ begrüßen, um dann einfach nur eine gute Stunde eine „Fetzengaudi“ mit Lerneffekt zu haben.
In den Wintermonaten geht es in die Halle, weil ein echter Fußballer keine Pause braucht. Die Jungs kicken in der Soccerhalle an der Colmdorfstraße. Die Finanzierung hierfür geht über die Eltern und die Mannschaftskasse, die beim Aubinger Turnier durch die Tombola ein klein wenig aufgebessert werden konnte. Natürlich sind Spender herzlich willkommen, allerdings rar gesät. Doch Jammern gilt in dieser Mannschaft nicht. Schließlich halten alle zusammen und haben es deshalb noch immer geschafft, wenn es etwas zu schaffen gab.
Die Weihnachtsfeier wird heuer erstmals mit den D-Junioren gefeiert, die die Integrationsmannschaft stets unterstützen und begleiten. So findet jedes Jahr im Sommer ein Freundschaftsspiel statt, in dem die Teams gemischt gegeneinander antreten. Das ist gelebte Integration, die allen, auch in Zukunft, noch viel Freude bereiten wird. Wer sich selbst ein Bild über diese tolle Truppe machen oder sie in irgendeiner Form unterstützen möchte, hat dazu jeden Sonntag ab 10 Uhr Gelegenheit, wenn es wieder heißt „Hallo Pfeife, was geht?“